Ein Album über "die Dinge, die zählen" hatte Markus Rill im Kopf, als er den Flieger nach Nashville bestieg. Lieder über die Versuchung, über das Aufstehen aus den Ruinen selbst zerstörter Träume, über verlorene Liebe, über den Kampf mit den eigenen Dämonen. Darüber, dass es einen selten wirklich weiter bringt, jeden Musiker aus Elvis Presleys Band benennen zu können. Obwohl es im Fall dieser Aufnahmen nicht geschadet haben dürfte zu wissen, dass eines der Studios, in denen der Würzburger mit seinen amerikanischen Sessionsmusikern aufnahm, David Briggs, dem früheren Pianisten des King gehört.
Neben den persönlich gefärbten Songs erweist sich Rill als begabter Geschichtenerzähler, schlüpft in die Rolle eines Mörders aus Eifersucht, erzählt die Geschichte einer kleinen Wiener Ballerina, die als alte Frau den Jungen mit den glühenden Augen wiedersieht, der sie einst bewunderte.
Mit kräftiger, leicht rauchiger Stimme, der nicht ein Hauch eines unpassend deutschen Akzents anhaftet, bettet sich Rill in das durch und durch amerikanische Klangbild, das er mithilfe der Nashville-Profis entwarf. Tendenziell geht es rockig zu auf "The Things That Count", ohne dass auf filigran instrumentierte Balladen verzichtet wird. Wer auf Americana steht, kommt an diesem Album eines hochtalentierten Songwriters mit erstklassigen Begleitmusikern nicht vorbei.
Uwe Hopf
